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05.02.2012

Schriftdolmetschen / Schriftdolmetscher

Alles mitlesen können!

Schriftdolmetscher übersetzen das, was der Sprecher sagt, in geschriebene Sprache (Schrift). Diese Schrift kann der Kunde dann am Laptop mitlesen. Wenn mehrere Personen mitlesen möchten, können auch mehrere Bildschirme oder ein Beamer eingesetzt werden. Schriftdolmetscher arbeiten mit Spracherkennung, konventioneller Methode oder Computerstenographie.

Bei Bedarf kann der Schriftdolmetscher zudem ein Protokoll oder eine Mitschrift des Gesprächs an den Kunden weitergeben.

Grundlage für das Berufsbild bildet die Kommunikationshilfenverordnung (§9 BGG) im Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und das Sozialgesetzbuch Neun (SGB IX). Diese Gesetze regeln den Anspruch von hörgeschädigten Personen auf einen Schriftdolmetscher/ eine Kommunikationsassistenz in verschiedenen Situationen (z.B. Ämter, Arztbesuche, Gericht, Studium, Aus- und Weiterbildung). Die Kosten werden anteilig oder komplett von den entsprechenden Kostenträgern übernommen.

Wer nutzt Schriftdolmetscher?

Die primäre Zielgruppe der SchriftdolmetscherInnen stellen hörgeschädigte Menschen dar, die ohne diese Möglichkeit an vielen Veranstaltungen nicht oder nur mit großen Beeinträchtigungen teilnehmen können.

Häufig beherrschen spätertaubte und schwerhörige Menschen, sowie CI-Träger keine oder wenig Gebärdensprache. Die Nutzung eines Gebärdensprachdolmetschers kommt daher für sie nicht in Frage.

Diese Menschen benötigen SchriftdolmetscherInnen, um Wortbeiträge verstehen zu können und eigene Gedanken, Ideen und Fragen aktiv in das Gespräch einbringen zu können. Voraussetzung ist dabei, dass sie die deutsche Schriftsprache lesen und verstehen können.

Gehörlose, die die Gebärdensprache beherrschen und auch die Grammatik der Lautsprache verstehen, können den SchriftdolmetscherInnen als Ergänzung zum GebärdensprachdolmetscherInnen nutzen.

Leistungen von Schriftdolmetschern/SchriftdolmetscherInnen werden auch von guthörenden Menschen, Unternehmen, Institutionen und Ämtern genutzt. Sie legen dabei Wert auf die genaue Protokollierung, die heutzutage immer wichtiger wird, oder möchten den Gesprächsteilnehmern die Möglichkeit geben, Gesprochenes parallel mitzulesen. Dies ist häufig der Fall, da bekanntermaßen Inhalte besser aufgenommen werden können, wenn sie sowohl akustisch als auch visuell dargeboten werden.

Wo werden Schriftdolmetscher eingesetzt?

Schriftdolmetscher arbeiten für Agenturen, Firmen oder sind selbstständig tätig. Sie können darüber als Schriftdolmetscher oder auch als Arbeitsassistente eingesetzt werden. Ihre Einsatzfelder sind unter anderem:

  • Live-Mitschriften sowie Protokollerstellung
  • Besprechungen und Beratungen
  • Versammlungen
  • Vorträge, Tagungen, Konferenzen
  • Aus-, Weiter- und Fortbildungen
  • politische Veranstaltungen
  • Gottesdienste
  • Rechtsanwalts-, Notar-, Versicherungs- und Arztbesuche
  • bei Gericht und Polizei
  • Live-Untertitelungen für visuelle Medien
  • allgemeiner Schreibservice für umfangreiche Texte
  • Assistenz für Hörgeschädigte

Wie kann ich Schriftdolmetscher werden?

Kombia GbR bietet eine Weiterbildung zum Schriftdolmetscher/zur Schriftdolmetscherin mit Spracherkennung an. Nähere Informationen dazu finden sie in unseren Kursangeboten.

FAQ

Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zu den häufig gestellten Fragen.

 

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